Basilika St. Peter und Paul
Sicherung eines der ambitioniertesten Sakralbauten der Spätrenaissance
Die um 1620 von dem Graubündner Baumeister Hans Alberthal in der Residenzstadt der Augsburger Bischöfe errichtete Pfarrkirche, heute Konkathedrale des Bistums, ist einer der ambitioniertesten wie auch problematischsten Sakralbauten der Spätrenaissance. Der Bau war ursprünglich als Mischung aus Hallenkirche und Wandpfeilerkirche mit überbreitem, tonnengewölbtem Mittelschiff konzipiert. Darüber besteht eines der größten historischen Dachwerke, das allerdings, bedingt durch die in den Dachraum ragenden Gewölbe, ohne Zerrbalken ausgeführt wurde.
Der gewagte Bau erfuhr bereits zahlreiche Sicherungen und Reparaturen, bei denen jedoch die wesentlichen Probleme nicht behoben werden konnten. Nach Feststellung der Schäden im Rahmen des Gutachtens wurde unmittelbar 2013/2014 eine Notsicherung eingebaut. Aufbauend auf einem umfassenden Aufmaß des unübersichtlichen Bestandes konnte ein Sicherungskonzept mit subsidiären Tragelementen entwickelt und umgesetzt werden.
Shortfacts
Bauherr
Kirchenverwaltung St. Peter
Projektbetreuung
2013 bis 2017
Die Herausforderung
Jahrhunderte von Pfusch am Bau? Offenbar war die Planung des Renaissance-Baumeisters Hans Alberthal allzu ambitioniert: ein riesenhaftes Tonnengewölbe, darüber eines der größten Dachwerke seiner Zeit, jedoch ohne durchgehende Zerrbalkenlage. Kein Wunder also, dass die Kirche, immerhin Konkathedrale des Bistums Augsburg, seit ihrer Erbauung im frühen 17. Jahrhundert ein dauerhafter „Patient“ blieb.
Die Lösung
Risse, Verformungen an Mauern, Gewölben, zugleich im Dach ein wahrer Wald an Reparaturbalken aller Zeiten. Erst mit Hilfe von Aufmaß, Bauforschung und detaillierte Schadensaufnahme konnten wir das verwirrende Gefüge verstehen, und dann geeignete Sicherungsmaßnahmen konzipieren. Es zeigte sich dabei, dass die Reparaturversuche der alten Baumeister teilweise richtig konzipiert waren – es standen ihnen nur eben keine modernen Baumaterialien wie Stahl zur Verfügung.