Hauptbahnhof Frankfurt am Main
Portalbogen-Instandsetzung an einem der größten Kopfbahnhöfe
Im Bereich der Empfangshalle des Frankfurter Hauptbahnhofs sollen Umbaumaßnahmen stattfinden. Es ist geplant, das Kellergeschoß zu erweitern und auszubauen. In diesem Zusammenhang sollten die beiden mächtigen Portale der Halle untersucht und nachgerechnet werden. In Abstimmung mit den Denkmalfachbehörden wurde eine Arbeitsgemeinschaft der Ingenieurbüros Kayser + Böttges, Barthel + Maus GmbH und TFI-Jagfeld mit einer statischen Bewertung sowie der Entwicklung eines Instandsetzungskonzeptes beauftragt.
Ziel der Untersuchungen war es, ein Konzept für den denkmalgerechten Erhalt der aufwändigen Hybridkonstruktionen zu entwickeln. Es erfolgte eine detaillierte statische Nachrechnung der Portale, d.h. der beiden Hauptbögen sowie der jeweils angrenzenden Kassettendecken. Darauf aufbauend, wurden Maßnahmen zur Ertüchtigung der Konstruktionen entwickelt.
Shortfacts
Bauherr
DB InfraGO AG
Projektbetreuung
2021-2025
Die Herausforderung
Fast jeder Bahnreisende kennt ihn als den zentralen Knotenpunkt im Netz der Deutschen Bahn – den Frankfurter Hauptbahnhof mit seiner repräsentativen Empfangshalle. Doch hinter den scheinbar massiven Natursteinportalen verbirgt sich ein überraschend komplexes Innenleben: eine 26 Meter weit gespannte Hybridkonstruktion aus Werkstein, Ziegelmauerwerk, Hohlräumen, versteckten Zugankern und einem Eisenfachwerk. Alte Risse, verschobene Steine machten deutlich: Dieses ingenieurtechnische Puzzle aus dem 19. Jahrhundert war in Bewegung geraten – mitten im laufenden Bahnbetrieb.
Die Lösung
Die Portale galten als „unberechenbar“ – bis es uns, gemeinsam mit TFI-Jagfeld, gelang, das Gegenteil zu beweisen. Auf Grundlage detaillierter Befunduntersuchungen entstand ein komplexes FEM-Modell, das die geschichtete Hybridstruktur vollständig abbildet. Schrittweise konnten wir die verwickelte Lastabtragung entschlüsseln und nachweisen, dass auch vermeintlich unwichtige Bauteile inzwischen tragende Funktionen übernommen hatten. Das daraus entwickelte Ertüchtigungskonzept sichert die Portalkonstruktion dauerhaft – denkmalgerecht, minimalinvasiv und ohne sichtbare Eingriffe.